Die Synagoge in Urspringen

Urspringen war nur eine der ehemals zahlreichen jüdischen Gemeinden des heutigen Landkreises Main-Spessart. Im gemischtherrschaftlichen Urspringen  sind jüdische Einwohner ab der Mitte des 16. Jahrhunderts nachgewiesen. Über 200 Personen und damit rund 20% der Gesamtbevölkerung betrug die jüdische Einwohnerschaft in Urspringen zwischen 1820 und ca. 1870. Im April 1942 wurden 42 jüdische Einwohner von Urspringen aus deportiert. Weitere vier Urspringener Juden wurden 1942 von Würzburg aus in die Vernichtungslager verschleppt.

Im frühklassizistischen Stil wurde die Synagoge im Jahre 1803 an der Stelle eines kleineren Fachwerkbaus des 17. Jahrhunderts in der Judengasse bzw. im Judenhof errichtet. Die 1989-1991 renovierte Synagoge in der Urspringener Judengasse bezeugt nicht nur die Bedeutung der Jüdischen Gemeinde am Ort, sondern hat wegen ihres guten Erhaltungszustands und der zentralen Lage von Urspringen im Landkreis die Aufgabe übernommen, die Erinnerung an alle jüdischen Gemeinden im Landkreis und an die verschleppten und getöteten jüdischen Bürger des Landkreises zu sichern und zugleich in die jüdischer Kultur einzuführen.