Aktuell:
Hans Schlumberger
„Ein fürchterlicher Spektakel in unserem Ort“
Die Wiesenfelder und Laudenbacher Unruhen vor 150 Jahren.
Das 19. Jahrhundert war die Epoche der verzögerten jüdischen Emanzipation. Die rechtliche Gleichstellung der jüdischen Deutschen, zu Beginn des Jahrhunderts politisch versprochen, wurde gegen starke Widerstände langsam und nur schrittweise verwirklicht. In wenigen Regionen Deutschlands kam dazu einzelnen Unruhen. Im Jahr 1866 sind in Wiesenfelder und Laudenbacher Ausschreitungen gegen Juden belegt, die in ganz Deutschland Aufsehen erregte nicht – ein ungewöhnliches Ereignis im Vorfeld des modernen Antisemitismus.
Hans Schlumberger, Pfarrer und Mitarbeiter des Synagogengedenkens Bayern und Autor u. a. Der Ortsartikel Wiesenfelder, Laudenbacher, Urspringen, Karlstadt und Marbach, berichtet in seinem Vortrag, was damals in den Orten Wiesenfelder und Laudenbacher vorgefallen ist und wie diese Unruhen einzuordnen sind.
Zusammen mit der VHS Marktheidenfeld
8. Februar 2017, 20.00 h
Marktheidenfeld, Altes Rathaus
2016
Dr. Leonhard Scherg
Das Fotobüchlein der Serry Adler
Im Februar 2014 wurde die Entdeckung eines Fotobüchleins bekannt, das, wie sich herausstellte, der 16jährigen Serry Adler aus Urspringen gehört hatte, die mit ihrer Familie im April 1942 von Würzburg aus in die Vernichtungslager in Polen deportiert wurde. Der Fund, die Besitzerin des Fotobüchleins und ihre Bilder stehen im Mittelpunkt ihres Vortrags.
Zusammen mit der vhs Marktheidenfeld
Mittwoch, 9. Nov. 2016, 20.00 h
Marktheidenfeld, Altes Rathaus
Ostwestlich-westöstlich: Marc Chagall und Jiri Mordechai Langer Ein Blick ins Judentum als Beitrag zum Lutherjahr Bild-Text-Abend mit Kristina Kallert und Prof. Dr. Sabine Koller, Lehrstuhl für Slavisch-jüdische Studien, Regensburg Aufbruch nach West, Aufbruch nach Ost – zwei Wege, wie sie am Vorabend des Ersten Weltkriegs unterschiedlicher nicht sein könnten. Der Maler Marc Chagall verlässt den hermetischen Bereich des Schtetls und pilgert der Moderne entgegen, er will in die Metropolen, nach Petersburg und Paris, um die Sprache der neuen Kunst kennen zu lernen. Der junge Jirí Mordechai Langer macht sich 1913 aus seinem aufgeklärt tschechisch-assimilierten Prager Elternhaus auf ins Schtetl Belz, lernt Hebräisch und Jiddisch und lässt sich ganz und gar auf den Chassidismus ein, die große mystische Strömung im Osten, die vielen Westjuden geradezu als Albtraum der Rückständigkeit erschien. Bilder und Texte werden sich an diesem Abend unter verschiedenen thematischen Aspekten begegnen, sich begleiten, dabei streiten, sich einig sein: durch die nie aufgegebene Tradition des Wortes hat die jüdische Kultur ihr historisches Schicksal bewältigt; der Umgang mit dem Wort ist die Wurzel jüdischer Identität. Dies zu erfahren lädt dieser Abend herzlich ein.
Zusammen mit der evangelischen Pfarrei Remlingen und der vhs Marktheidenfeld.
Donnerstag, 27. Oktober 2016, 19.30 Uhr Synagoge Urspringen
Gebühr: EUR 5,-/EUR 3,- mit Erm.
Seit August 2015, Ausstellung
Anlässlich der 1000-Jahrfeier der Gemeinde Urspringen 2015 wurden von einer örtlichen Arbeitsgruppe u. a. Schautafeln zur Geschichte der Jüdischen Gemeinde in Urspringen erstellt, die seitdem in der Männersynagoge aufgestellt sind.
Verwendet wurden für diese Ausstellung auch die für das unterfränkische Projekt „Wir wollen uns erinnern“ 2011 erstellten Tafeln für die Urspringener Deportationsopfer. Diese Tafeln wurden dem Förderkreis Synagoge Urspringen von der Projektgruppe als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.
Seit Ende 2014, Ausstellung
Jüdische Friedhöfe – Impressionen,
Fotos von Günter Giessler, Rothenfels
Synagoge Urspringen
Alfred Dill, Karlstadt
„Judenwege“ auf der fränkischen Platte
Unterfranken war früher eine der Regionen in Deutschland mit der höchsten Dichte an jüdischen Gemeinden. Allein auf dem Gebiet des heutigen Landkreises Main-Spessart gab es in 46 der insgesamt 60 Ortschaften jüdische Ansiedlungen. Das jahrhundertelange Zusammenleben der beiden Kulturen hat sich auch in vielen örtlichen Namen, vielen Gassen, in Höfen und Flurnamen niedergeschlagen. Als „Judenwege“ werden z. B. Pfade abseits der üblichen Verkehrsstraßen bezeichnet, die hauptsächlich von Juden genutzt wurden, Christen nutzten diese Wege kaum. Sie wurden nicht angelegt, sondern entstanden ausschließlich durch tägliche Benutzung.
Zusammen mit der vhs Marktheidenfeld,
Montag, 29. Februar 2016, 20.00 Uhr
Marktheidenfeld, Altes Rathaus
Dr. Winfried Mogge
„Wir hingegen in gedachten städtlein gebohren und gezogen seyn …“ Auf den Spuren der (fast) unbekannten Judengemeinde von Rothenfels und Bergrothenfels
„Wir hingegen in gedachten städtlein gebohren und gezogen seyn“, beklagten die Juden Nathan Hirsch und Moyses Berl aus Rothenfels den Verlust ihrer Heimat, als sie im März 1749 aus der Stadt ausgewiesen wurden. Der Vorgang von Ausgrenzung und Wiederansiedlung wiederholte sich seit der Mitte des 17. Jahrhunderts mehrmals in der Geschichte dieser Landjudengemeinde. Dazu waren bisher nur wenige Namen und Daten bekannt. Der Historiker Dr. Winfried Mogge hat sie aus zahlreichen verstreuten Quellen rekonstruiert und auch die ehemaligen Wohn- und Geschäftshäuser und Gemeindezentren nachgewiesen. So entstand ein Bild der Rothenfelser und Bergrothenfelser jüdischen Familien, ihres Lebens und Arbeitens als Händler und Bauern auf dem langen Weg zur Emanzipation.
Zusammen mit der vhs Marktheidenfeld
Montag, 2. Mai 2016, 20.00 Uhr
Marktheidenfeld, Altes Rathaus
2015
Dr. Leonhard Scherg
Die jüdische Gemeinde in Urspringen
Der Vortrag stellt anlässlich der 1000-Jahrfeier der Gemeinde Urspringen das lange Zeit bestehende Neben- und Miteinander der Juden und Christen vor Ort dar und wie sich dies zwischen 1933 und 1942 völlig veränderte.
Freitag, 17. April 2015, 19.30 Uhr
Synagoge in Urspringen
2014
Februar/März 2014, Ausstellung
„Mitten unter uns“ – Landjuden in Unterfranken vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert
Kooperationsprojekt „Landjudentum in Unterfranken“ und Johanna-Stahl-Zentrum Würzburg
Balthasar-Neumann-Gymnasium, Marktheidenfeld
Dr. Leonhard Scherg
Fränkisches Landjudentum
Der Vortrag steht in Zusammenhang mit der Ausstellung „Mitten unter uns“ – Landjuden in Unterfranken vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert.
Zusammen mit der vhs Marktheidenfeld
- April 2014, 20.00 Uhr
Marktheidenfeld, Altes Rathaus
Der vom Johanna-Stahl-Zentrum in Würzburg koordinierte Arbeitskreis „Landjudentum“ veranstaltete eine Ganztagsexkursion zu jüdischen Stätten in den Landkreis Main-Spessart. Besucht werden Laudenbach, Urspringen und Karbach.
Sonntag, 28. September 2014
2013
Juni/Juli 2013, Ausstellung
„Wenn ihr hier ankommt …“ – Schicksal einer jüdischen Familie zwischen Kindertransport und gescheiterter Emigration
Erstellt von Christoph Gann
Synagoge Urspringen
75 Jahre Reichspogromnacht
Veranstaltung zusammen mit der Gemeinde Urspringen, der Stadt Marktheidenfeld, dem Balthasar-Neumann Gymnasium, der Staatlichen Realschule und der Mittelschule, alle Marktheidenfeld
9. November 2013, 18.00 Uhr
Synagoge Urspringen
2012
Matthias Doerfer
Traditionelle Formen des Synagogenbaus
Zusammen mit der vhs Marktheidenfeld
16. Oktober 2012, 20.00 Uhr
Marktheidenfeld, Altes Rathaus
2011
2010
Dr. Leonhard Scherg
Das fränkische Landjudentum
Zusammen mit der vhs Marktheidenfeld
4. Oktober 2010, 20.00 h
Marktheidenfeld, Altes Rathaus
Hommage an jüdische Künstler von Silvia Kirchhof. Konzert
22. Oktober 2010, 20.00 h
Synagoge Urspringen
2009
26. Juli – 13. September 2009
Abgelegt
Ausstellung zu Genisa-Funde in Unterfranken und das Genisa-Projekt Veitshöchheim
Synagoge Urspringen
Dr. Barbara Rösch
Judenwege – ungekannte Wege?
Zusammen mit der vhs Marktheidenfeld
7. Oktober 2009, 20.00 Uhr
Marktheidenfeld, Altes Rathaus
2008
Erinnerung an das Schtetl – Erzählungen und Lieder zu einer verlorenen jüdischen Kultur. Ein literarisch-musikalischer Abend, präsentiert vom Ensemble Cantaton.
Veranstaltet gemeinsam mit der vhs Marktheidenfeld und der Stadtbücherei Marktheidenfeld
18, Oktober 2008, 20.00 Uhr
Synagoge Urspringen
1938 – 2008 Erinnerung an die Reichspogromnacht
Gemeinsam mit dem evangelischen und katholischen Dekanat Lohr
9. November 2008,18.30 Uhr
Synagoge Urspringen
2007
2006
2005
Juni 2005
”Ruth hat auf einer schwarzen Flöte gespielt” .
Ausstellung zu Geschichte, Alltag und Kultur der Juden in Würzburg
Synagoge Urspringen
2004
27. April. bis 02. Mai. 2004
”Wege in die Vernichtung. Die Deportation der Juden aus Mainfranken 1941-1943”
Ausstellung im Balthasar-Neumann-Gymnasium, Marktheidenfeld
2003
2002
2001
2000
